Tierwohl & Verantwortung

Es sind nur Bilder.

Natürlich wünsche ich mir bei jedem Shooting schöne, besondere und ausdrucksstarke Bilder. Aber kein Foto ist es wert, einen Hund oder ein Pferd dafür unnötig unter Druck zu setzen.

Tierfotografie mit Verantwortung und Rücksicht auf das Tierwohl bei Dog Pictures

Das perfekte Bild ist niemals wichtiger als das Tier, das vor meiner Kamera steht.

Ein Shooting darf fordern. Aber niemals überfordern.

Natürlich darf ein Hund während eines Shootings einmal sitzen, warten oder ein bekanntes Kommando ausführen. Natürlich darf ein Pferd geführt und ganz normal im Rahmen seines Trainings angesprochen werden.

Tiergerechtes Arbeiten bedeutet für mich nicht, dass ein Tier während eines Fotoshootings überhaupt nichts mehr tun soll oder darf.

Der entscheidende Punkt ist ein anderer: Wenn aus einer Bitte Druck wird, aus Motivation Zwang oder aus Ungeduld ein grober Umgang mit dem Tier, ist für mich eine Grenze erreicht.

Ein Foto rechtfertigt das nicht.

01

Kein Zwang

Wenn eine Situation für das Tier offensichtlich nicht funktioniert, wird sie nicht auf Biegen und Brechen durchgesetzt. Dann verändern wir die Idee oder lassen sie einfach sein.

02

Keine Gewalt

Schlagen, Treten, massives Zerren, Einschüchtern oder andere körperliche Übergriffe haben bei meinen Shootings keinen Platz. Darüber gibt es für mich keine Diskussion.

03

Kein unnötiges Risiko

Kein Freilauf nur fürs Foto, wenn er nicht sicher ist. Keine gefährliche Situation für einen spektakulären Effekt. Sicherheit steht immer vor dem Motiv.

Meine rote Linie

Was das Tier nicht leisten kann oder möchte, müssen wir nicht erzwingen.

Dann machen wir eben ein anderes Bild. Wir verändern die Position, wechseln die Situation, machen eine Pause oder verwerfen eine Idee komplett. Davon geht die Welt nicht unter.

Auch ein Tier darf während eines Shootings Nein sagen.

Hunde und Pferde können uns ziemlich deutlich zeigen, wenn ihnen eine Situation unangenehm wird. Manchmal durch Unruhe, manchmal durch Ausweichen, manchmal durch fehlende Konzentration und manchmal sehr eindeutig.

Das bedeutet nicht automatisch, dass wir beim kleinsten Anzeichen sofort alles abbrechen müssen. Tiere dürfen aufgeregt sein, neugierig sein oder einen Moment brauchen, um eine neue Situation zu verstehen.

Aber wir sollten zuhören.

Wenn etwas heute nicht funktioniert, gibt es in der Tierfotografie fast immer eine andere Möglichkeit. Ein anderer Ort. Eine andere Perspektive. Ein ruhigeres Motiv. Oder einfach fünf Minuten Pause.

Was für mich dazugehört

Respekt ist keine Einschränkung.

01 Das Tempo des Tieres berücksichtigen
02 Pausen zulassen, wenn sie gebraucht werden
03 Auf Körpersprache und Verhalten achten
04 Sichere Lösungen statt unnötiger Risiken wählen
05 Ideen verändern, wenn eine Situation nicht funktioniert
06 Im Zweifel das Bild einfach nicht machen

Eine Schleppleine ruiniert kein gutes Bild.

Das beste Beispiel ist für mich der Freilauf. Wenn Dein Hund zuverlässig abrufbar ist und die Umgebung dafür geeignet ist, können wir selbstverständlich frei arbeiten.

Wenn Du Deinem Hund das an dieser Location aber nicht zutraust, bleibt er an der Leine oder Schleppleine. Ganz einfach.

Schleppleinen lassen sich in vielen Aufnahmen später problemlos retuschieren. Und selbst wenn das einmal nicht möglich ist, habe ich lieber eine sichtbare Leine im Bild als einen Hund in einer unsicheren Situation.

Sicherheit ist für mich keine fotografische Einschränkung. Sie gehört zu professioneller Tierfotografie dazu.

STOP

Wo meine Grenze liegt

Und ja: Im Zweifel breche ich ein Shooting ab.

Sollte ich während eines Shootings erleben, dass ein Tier körperlich grob behandelt, massiv unter Druck gesetzt oder für eine Aufnahme zu etwas gezwungen wird, werde ich das ansprechen.

Wird eine solche Situation trotzdem fortgesetzt, behalte ich mir vor, das Shooting zu beenden.

In diesem Fall erfolgt der Abbruch kostenpflichtig entsprechend der vereinbarten Shootingbedingungen.

Das klingt sehr konsequent – und das ist es auch. Denn an dieser Stelle ist mir das Wohl des Tieres wichtiger als ein weiteres Bild.

Zum Glück ist das fast nie ein Thema.

Bei rund 500 Shootings ist es nur äußerst selten überhaupt zu Situationen gekommen, in denen diese Grenze eine Rolle gespielt hat.

Die allermeisten Menschen, die mit ihrem Hund oder Pferd zu mir kommen, möchten genau dasselbe wie ich: schöne Bilder und gleichzeitig eine gute Erfahrung für ihr Tier.

Deshalb soll dieser Beitrag auch keine Warnung sein. Er soll einfach transparent machen, welche Haltung Du von mir während eines Shootings erwarten kannst.

Und vielleicht ist genau das auch eine wichtige Information, bevor Du entscheidest, wem Du Dein Tier für ein Fotoshooting anvertraust.

Am Ende des Tages

Kein Foto der Welt rechtfertigt, dass ein Tier dafür schlecht behandelt wird.

Wir können ein Motiv wiederholen. Wir können eine andere Idee ausprobieren. Wir können sogar ganz auf ein Bild verzichten. Unser Hund oder Pferd soll aber nicht dafür bezahlen, dass wir unbedingt eine bestimmte Aufnahme haben wollen.

Dog Pictures

Am Ende soll nicht nur ein schönes Bild bleiben.

Es soll auch eine gute Erinnerung an den Tag bleiben, an dem dieses Bild entstanden ist. Für Dich – und so weit wir das beeinflussen können, auch für Dein Tier.

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